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Anrufe von verunsicherten Eltern – Rückruf von mir!

Angst vor dem Loslassen?

Hi zusammen,

schon ein komisches Thema, aber ich will mich einfach mal drüber äußern:

Tatsächlich rufen mich immer wieder Eltern von Azubis an. Natürlich suchen sie ein sicheres zu Hause für ihre Zöglinge.

Daran gibt es auch gar nichts auszusetzen. – es gibt viele andere Lebensformen, denen sind ihre Töchter nicht so viel Wert, wie den Deutschen.

Natürlich verlassen die Küken immer irgendwann das Erstemal das heimische Nest.

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Den Schutz der Eltern.

Ein Schritt in die Selbständigkeit kommt.

So ist das nunmal.

Ich sehe zwar selber nicht wirklich so aus, als ob ich auch mal an so einem Punkt war – das macht aber die Zeit, in der man nunmal älter wird. Ich kann mich noch erinnern: ich war 19 Jahre alt. Wohnte noch zu Hause bei den Eltern. Hatte aber schon mehr Netto verdient als mein Vater. Das war der Zeitpunkt, an dem ich ausziehen wollte. MUSSTE – nein, nicht weil meine Eltern das wollten – weil ich das wollte.

azubis

Ich weiß die Worte meines Vaters noch, wie gestern: „Wenn Du jetzt gehst, brauchst Du nicht wiederkommen. Und Deine Wäsche kannst Du auch selber waschen!“

Und nein, er hat es nicht böse gesagt. Eher als Warnung.

waschen

Ich war kaum eine Woche dem elterlichen Nest entflogen, da klingelte auch  schon mein Telefon (und das war damals nicht normal, dass man schon so schnell ein Telefon hatte) –

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meine Mutter war dran: „Ach Jung, komm doch wenigstens zum Essen mal nach Hause.“

Ja, was ich damit sagen will – ich weiß noch, wie das ist, wenn man die Wärme seiner Eltern verläßt.

Und was ist aus mir geworden? Ein selbstsicherer Mann mit einer kleinen Pension, der sein Leben ohne fremde Hilfe in den Griff bekommen.

 

Ich bin ein lebenslustiger Kerl geworden. Mit Höhen und mit Tiefen. Aber aufgeweckt genug, um aus jedem Verlust einen Gewinn zu ziehen.

Mittlerweile einen Job gefunden, der mich ausfüllt und der mir die Chance gibt auch Anderen zu helfen.

Sie sehen mich irgendwann das Erstemal? Sie können das nicht glauben? Nun, ich bin jung geblieben und sehe das Leben immer noch als junger Lebensgeselle – wie die Jungendlichen – und nicht so, wie die Erzeuger ihrer Nachkommen das gerne hätten.

Schonmal drüber nachgedacht, warum viele junge Menschen eher mit mir reden wollen, als mit ihren Eltern?

Manchmal ist zu viel Fürsorge auch ein Nachteil. Aber letztendlich entscheiden immer noch Sie über die die Zukunft ihres Blutes.

Und nun viel Spaß für die Zukunft ihrer Erben – und bleiben Sie auch weiterhin mit Ihren Zöglingen in Verbindung.

liebe Grüße, Uli